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Aviation History
1963
1963 - 1505.PDF
319 FLIGHT International, 29 August 1963 For the French and German Governments: the Transall C.I60. Tyne engines by Rolls-Royce; pro pellers by Hawker Siddeley Dyna mics; air-conditioning by Normal- air; de-icing by Napier Einheiten unterworfen. Eine Folge davon war das Verschwinden einiger beriihmter Namen. Bevor wir von dem Thema des Vergleichs mit Amerika abgehen, sollen noch einige Worte iiber die Weltenraumindustrie gesagt werden. Wir haben hier in England keine solche Industrie, sondern nur vereinzelte Arbeitsgruppen von Wissenschaftlern. In Amerika ist die Weltenraumindustrie bedeutender als die Flugzeugindustrie: sie verschlingt mehr Geld und beschaftigt mehr Leute. Wahrend in England Flugzeuge von nicht zu iiberschatzbarer Wichtigkeit sind, kommen sie fur amerikanische Firmen erst in zweiter Linie in Frage—sofern sie nicht iiberhaupt als ein Ding der Vergangenheit angesehen werden. Ware dem nicht so, dann wurden die nicht- amerikanischen Firmen von der Riesenindustrie auf der anderen Seite des Meeres wohl schon an die Wand gedruckt sein. Dank des Wettrennens zum Mond jedoch, konnen wir Englander auf dem Gebiet des Flugwesens nicht nur konkurrieren, sondern sogar an die Amerikaner selbst verkaufen. Man tut vielleicht gut, sich in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass die franzosische Industrie im Jahre 1936 einen noch umfa&senderen Umwalzungsprozess durchzumachen hatte, als namlich die militarische Produkte herstellenden Betriebe nationalisiert wurden. Im Verlauf der Ubernahme dieser Betriebe durch den Staat verschwanden viele bekannte Firmennamen. Andere Namen sind dagegen noch heute als bliihende Privatkon- zerne bekannt, wie z.B. Potez, Breguet und Bloch (diese Firma nennt sich jetzt Dassault). Die franzosische Regierung hat bezeich- nenderweise seit 1936 nicht mehr versucht, weitere Firmenver- schmelzungen vorzunehmen, obwohl die franzosische Industrie— ausgedriickt in Arbeitskraft—nur ein Drittel der englischen In dustrie betragt. Ausserdem ist zu bedenken, dass die enge Zusam- menarbeit zwischen der franzosischen Regierung und den Privat- firmen einen logischen Ausgangspunkt fur weitere Verschmelzungen bieten wurde, wenn derartige Verschmelzungen erwiinscht waren. Dies ist ein Beweis dafiir, dass ganzliche Verschmelzung keine Losung des Problems der Konkurrenzfahigkeit ist, jedenfalls nicht die einzige Losung. Die Konkurrenzfahigkeit der franzosischen Industrie ist wahrend der vergangenen Jahre bedeutend starker geworden, aber nicht durch Verschmelzung von Firmen, sondern durch Vermeidung von Verschwendung und durch riickhaltlose Unterstutzung der Firmen seitens der franzosischen Regierung, eine Unterstutzung, die am besten mit dem Ausdruck "Sofortentscheid" wiedergegeben ist. Regierungsauftrage fur neue und versprechende Fluzeugtypen werden viel schneller gegeben, als dies in England der Fall ist. Dies ist der franzosischen Praxis zu verdanken, den Ausgabeetat auf Grund der sogenannten "Programmgesetze" fur 5-6 Jahre im voraus festzulegen. Die Programmgesetze umfassen die Ausgaben fur alle drei Streitkrafte. Das nachste Loi Programme erstreckt sich auf die Jahre 1964-1970. Wieviel Geld hatte erspart werden konnen, wenn die englische Industrie wahrend der schwierigen Jahre von 1957 bis 1962 einen ahnlichen Plan auf lange Sicht gehabt hatte?—Ob nun ein Loi Programme der franzosischen Art fur dieses Land geeignet ist oder nicht, eine grossere Stabilitat der Verteidigungsplanung auf lange Sicht muss erreicht werden, wenn die englischen Pro- duktions-und Konstruktionsgruppen gedeihen sollen. Auch der englische Steuerzahler hat ein Recht zu verlangen, dass das neu- gestaltete Kriegsministerium keine Muhe scheut, urn dieses Ziel zu erreichen. Ungeachtet dessen, dass in der Zukunft ein Abriistungsabkom- men fur Kernwaffen zwischen Russland und dem Westen abge- schlossen werden mag, der Exportmarkt bietet fur bemannte Mili- tarflugzeuge immer noch betrachtliche Absatzmoglichkeiten. Das ist besonders fur die Typen V/STOL zutreffend, und der Kon- kurrenzkampf zwischen dem Hawker Siddeley P. 1154 und dem Dassault Mirage III V kann an Intensitat sehr wohl dem vorer- wahnten Verkaufskampf zwischen dem "One Eleven" und dem DC-9 gleich sein. Exportzahlen sind gewohnlich das Barometer fur die Gesundheit der Flugzeugindustrie, und die nachfolgend angefuhrten Zahlen der "Society of British Aircraft Constructors" zeigen den Bruttowert der Flugzeugexporte von 5 Produktions- landern fur die letzten 5 Jahre: EXPORTE DER FLUGZEUGINDUSTRIE 1958-62 (in £ Millionen) Jahr 1958 1959 I960 1961 1962 USA 344.3 274.3 474.6 428.6 516.0 England 154.1 156.0 142.3 149.2 114.6 Frankreich 28.1 29.1 45.4 71.1 78.7 Italien 3.9 2.5 17.5 17.5 22.0 Holland 12.1 - 13.9 6.8 123 15.4 Ein direkter Vergleich kann, infolge verschiedentlicher Defini- tionen der verschiedenen Statistiken leicht irrefuhrend sein. Die Gesamtsummen fur England und Amerika enthalten mehr Repara tions—und Uberholungsgeschafte—besonders fiir Flugmotoren —als die Zahlen der anderen Lander. In den franzosischen Gesamt summen sind Verkaufe von Fernlenkwaffen und Elektroniks ein- geschlossen, wahrend die englischen Zahlen weder das eine noch das andere enthalten, und die amerikanischen Zahlen enthalten Flugzeugelekroniks, aber keine Fernlenkwaffen. Ferner enthalten alle Zahlen den Wart fur wieder ausgefuhrte Motore und Gerate, die zum Einbau in im Inland hergestellte Flugzeuge gekauft wurden. Dieser Posten variiert betrachtlich zwischen den verschiedenen Landern. Englische Motore haben einen guten Anteil am euro- paischen Export, z.B. Rolls-Royce Avons fur den Caravelle und Darts fiir den Friendship, Bristol Siddeley Orpheus (hergestellt in Deutschland und Italien) fur den Fiat G.91, und Gnomes fur den Agusta-Bell 204 Hubschrauber. Und die Anzahl der nach englischen Motorenentwurfen geplanten europaischen VTOL Projekte wird wahrscheinlich den Beitrag dieses Landes zum euro paischen Export in den nachsten Jahren noch erhohen. Das Passagierflugzeug "One Eleven" fur den Nahverkehr und das Kampfflugzeug Hawker Siddeley P. 1154 VTOL scheinen im Augenblick Englands aussichtsreichste Exportflugzeuge zu sein, und es ist durchaus moglich, dass der von der Pan American erteilte provisorische Auftrag auf Lieferung von sechs BAC-Sud Concorde Uberschall-Passagierflugzeugen der Vorbote weiterer Auftrage von den hauptsachlichen Flugverkehrsgesellschaften der Welt ist. Mr Najeeb E. Halaby, der Verwalter der FAA, meint, ein Absatz von "vielleicht 200-250 erstmaligen Auftragen fur ein amerikani-
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